Die 3. Männermannschaft trat zum Saisonauftakt beim USC Viadrina Frankfurt an. Hier der Bericht von Madlen Walther vom ersten Punktspieltag:
Rüdersdorf III – USC Frankfurt
Erstes Männerpunktspiel der Saison
... Und es begab sich, dass die als Favorit in der Regionalliga Ost gehandelten Rüdersdorfer sich an einem regnerischen Sonntag aufmachten, um gegen die junge, aufstrebende Mannschaft aus Frankfurt anzutreten. Doch anders als im Märchen, wo die Helden nach allerlei Widrigkeiten und spannendem Kampf doch noch gewinnen, war uns kein Happy End beschieden: wir verpatzten den Auftakt – und zwar gründlich.
Im Vorhinein erhielten wir alle eine Warnung von Jörg: Die junge Mannschaft der Viadrina war zwar im Durchschnitt 200 Punkte schlechter als wir, hatte aber viel Spielpraxis und einigen Ehrgeiz. Viele der unsrigen Leute hingegen hatten im Vorfeld der Saison wenig gespielt, und so galt es, auf der Hut zu sein.
Die mangelnde Spielpraxis zeigte sich dann auch prompt - und auch noch auf meinem eigenen Brett. Nach einem waschechten Backout, d.h. Turmverlust in normaler Stellung, war mein Kampf gegen Norbert Heymann ziemlich schnell vorbei – Autsch! Auch Carolin am 8. Brett war wenig erfolgreich: sie manövrierte sich rigoros aus ihrer eigenen Gewinnstellung heraus, um dann schließlich ebenfalls einen Turm einzustellen. Als dann auch noch Nadine am 3. Brett ihrem Gegner die Hand reichen musste, und es dann 0:3 gegen uns stand, begann ich mir Sorgen zu machen...
Anna heitere mich etwas auf, als es ihr im Französisch Abtausch mit entgegengesetzten Rochaden gelang, dauerhaft einen Bauern zu gewinnen und gleichzeitig abzutauschen. Graue Haare hingegen bekam ich, als ich das Zeitverhalten von Christian mit ansehen musste. Er hatte Kristine Pews am 1. Brett schon völlig überspielt, aber dafür viel zu viel Zeit investiert. Als er dann noch 30 Sekunden für acht Züge hatte und immer noch überlegte (!), mussten dann auch noch meine Fingernägel dran glauben. Schließlich einigten sich die beiden Kontrahenten auf ein Unentschieden, nachdem bei Christian noch 3 (!) Sekunden für 3 Züge übrig waren. Ich wusste nicht wirklich, ob ich mich über den halben Punkt freuen sollte.
Inzwischen hatte Judith eine Qualität eingestellt, sich Jens dafür aber des unangenehmen gegnerischen Freibauern entledigen können, und in ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern abgewickelt. Als sein Gegner dann noch freiwillig die Türme tauschte, war uns der erste volle Punkt sicher.
Judith gewann die Qualität indes wieder zurück, hatte dafür allerdings ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern auf dem Brett, das kurz danach Remis endete. Damit war der Traum vom Sieg geplatzt. Als sich dann auch noch Willy in geschlossener Stellung mit Läuferpaar mit seinem Gegner auf Remis einigte (grummel!), war die Katastrophe perfekt. Schließlich gab Anna ihre Partie auch unentschieden und besiegelte damit den Endstand von 3:5.
Was war schief gelaufen? Ich glaube alles! Ich war Schuld, dass wir uns in Frankfurt verfuhren und zu spät kamen. Zudem schienen wir (fast) alle Tomaten auf den Augen gehabt zu haben, und die mangelnde Kommunikation in der Mannschaft tat ihr übriges. Es war einfach ein schwarzer Tag. Nun gut, wir machen das ja nicht mit Absicht – niemand verliert gerne. Ein angeknicktes Selbstvertrauen können wir uns in den kommenden Spielen nicht leisten, wenn wir unserer Favoritenrolle vielleicht doch noch gerecht werden wollen. Deswegen: Kopf hoch und nicht in den Sand – die Saison hat ja gerade erst begonnen.
Madlen